Saturday, April 28, 2012

Wolken am Schweizer Eishockeyhimmel


Wetterprognosen gehören zu den meist beachteten Beiträgen in den Medien und darum wissen wir alle, dass es Schönwetter- und Schlechtwetterwolken gibt. Transferiert man die aktuelle Schweizer Eishockeygrosswetterlage auf herkömmliche Wetterprognostiker so würde das in etwa so tönen:

Die Muotathaler Wetterfrösche:
Es schaut gut aus, wir orten prächtiges Wetter am Schweizer Eishockeyhorizont! Die Oberschenkel unserer Eishockeycracks sind so stramm wie noch nie! Zuschauerrekord in der Liga und in der Finalserie! Weitere ermutigende Muotathaler Beobachtungen:  Schweden wurde  in offiziellen Länderspielen zweimal bezwungen, die U18 hat an der WM gegen Tschechien  gewonnen und die Playoffspiele waren von einer unheimlichen Intensität und taktisch/strategisch schlicht und einfach Weltklasse, Eishockeyschach. Wir waren Zeugen des besten Playoff-Finals aller Zeiten.  In der NHL spielen so viele Schweizer wie noch nie und Sven Bärtschi gilt als grösstes Talent in der gesamten Organisation der Calgary Flames!

SF Meteo:
Aprilwetter ist angesagt. Wir haben von allem etwas und dies in schnell wechselnder Reihenfolge. Zürich - gemäss internationaler Umfrage nach Wien die zweitbeste Stadt der Welt - trifft im Finale auf die Schweizer Hauptstadt, eine bessere Affiche ist undenkbar. Das Finale war Spannung pur, über das spielerische Niveau wollen wir jetzt nicht sprechen und wenn wir nicht über die Landesgrenzen hinausschauen so fällt dies auch kaum auf, so ganz nach dem Motto: Der Tod jeden Glücks ist der Vergleich. Unsere Juniorennationalteams halten sich seit Jahren stabil in der A-Gruppe und in lichten Momenten fordern wir sogar die Top-Nationen. Fairerweise müssen wir konstatieren, dass wir jetzt auf U18-Stufe zweimal hintereinander gegen Deutschland verloren haben. Unsere Jungs drängen nach Nordamerika und neu versuchen sie sich sogar in Schweden. Noch nie hatten wir so viele Söldner im Ausland. Ja, es ist korrekt, die wenigsten davon spielen in ihren Teams eine Hauptrolle, aber ein Anfang ist gemacht. Unser Juniorenprogramm ist stabil, am meisten profitiert die NLB, deren Niveau durch den Einfluss vieler junger Spieler in den letzten Jahren merklich gestiegen ist.  Wo sind die Top-Shots, die absoluten Weltklassespieler? Das ist für eine kleine Nation wie die Schweiz zu viel verlangt, wir müssen zufrieden sein mit dem was wir haben. Sie sehen: Aufhellungen wechseln ab mit Schauern und Gewittern, Wind und Kälte mit sanftem Sonnenschein. Wir sind doch zufrieden, oder nicht?

Die Meteo-Centrale von Jörg Kachelmann meldet:
Unwetterwarnung! Der Zuschauerrekord täuscht, substanziell verlieren wir Zuschauer, die Zahlen beim SCB und dem ZSC, den grössten Zuschauermagneten, zeigen leicht aber kontinuierlich nach unten. Nur neue Stadien halten diesen Trend kurzfristig auf, in Rapperswil ist diese Vitamintablette aber bereits verpufft und in Zug wird es in zwei bis drei Jahren vermutlich nicht anders sein. Alarmierend die Zuschauerzahlen bei den meisten Tessiner-Derbies. Die aktuellen Playoffs werden diese Negativtendenz nur noch verstärken denn nicht Wenige werden sich überlegen, für normale Spiele Eintritt zu bezahlen wenn doch die diesjährigen Playoff vermeintlich zeigen, dass die Regular-Season mehr oder weniger bedeutungslos ist.  Zudem hat die diesjährige Playoff-Finalserie spielerisch enttäuscht. Die U18 ist nun zum zweiten Mal hintereinander um ein Haar abgestiegen und wurde zweimal (2011 und 2012) von den Deutschen vorgeführt, ja gedemütigt. Nach zwei Schweizer Spielen wurde der Schweizer NHL-Scout  von seinem Chef zu anderen Spielen abkommandiert denn es gab bei den Schweizern aus NHL-Sicht schlicht nichts zu sehen. Nein, leider rein gar nichts! In einer professionellen Umfrage bei nordamerikanischen Hockeyexperten wurden in den NHL-Franchises die besten 300 Junioren gesucht und bewertet. Mit Sven Bärtschi ist nur ein einziger Schweizer in diesen Top300! Im Vergleich: Deutschland stellt sechs Spieler, die Slovaken immerhin noch drei und selbst die Dänen zwei. Die Anzeichen stehen auf Sturm und speziell im Kt. Graubünden ist mit Ueberschwemmungen und Verwüstungen zu rechnen. Wenn wir die U16, U15 und U14 analysieren müssen wir feststellen, dass in der einstigen Eishockeyhochburg Graubünden kaum mehr Spieler produziert werden.

Einfache, zufriedene Menschen – die immer wissen was richtig und falsch ist – erfreuen sich am Charisma und der naturalen Urkraft der Muotathaler Wetterschmöcker.  Otto Normalverbraucher des Eishockeys verlassen sich auf die diplomatische, belanglose und ausgewogene Prognose des Thomas Bucheli von SF Meteo.  Die Vorantreiber, die Bessermacher und Medaillenträumer nehmen die mit viel Pathos gewürzte angekündigte Schlechtwetterfrontprognose ernst. Sie müssen sie ernst nehmen! Ein Hagelsturm ist nicht auszuschliessen und dagegen helfen nur Raketen. Haben wir die oder sind wir wenigstens gewillt, solche zu bauen?

Soll sich jeder die Wetterprognose aussuchen die für ihn passt und ihn glücklich macht.

Einen sonnigen Sommer wünsche ich allerseits!


Thomas Roost, Central Scouting Europe, NHL                 Stallikon, 27. April 2012 

Sunday, March 11, 2012

Playoff-Analysen und andere Geschichten aus dem Schweizer Eishockeyjahr 2020

Der HC Davos, der in der Regular-Season die ZSC Lions 7 x hintereinander besiegte, verliert mit RvA an der Bande gegen die ZSC Lions in der Viertelfinalserie sang- und klanglos mit 1:4. Pressestimmen: „Mit einem Coach wie dem legendären AdC wäre so was nie möglich gewesen, mit ihm hätte die Mannschaft auf den Punkt genau ihre Bestform abgerufen“.

Der HC Genève-Servette, mittlerweile gecoacht von Mike Keenan, scheitert in der ersten Runde der Playout-Serie gegen die Rapperswil Jona Lakers (an der Bande und im Büro geführt vom Hotelier Giusep Fry) knapp im siebten entscheidenden Spiel. Die Experten sind sich einig: „Das ohne Bewilligung kurzfristig vergrösserte Tor der Genfer ist nicht verantwortlich für die Niederlage gegen ein Team mit einem Coach ohne Trainerschein. Mit Chris McSorley wären die Genfer nie in eine solche Situation geraten und Chris hätte ganz bestimmt in einem entscheidenden Spiel mit seinen Tricks die Genfer zum Sieg gecoacht.“ Der SEHV reagiert genüsslich auf diese Genfer Pleite: „Mike Keenan hat keinen gültigen Trainerschein für die Schweiz, sein Scheitern war absehbar.“

Kevin Schläpfer hat die ZSC Lions vom unglücklichen Ron Wilson übernommen der von Sami El Assaoui vergeblich die krachenden Hits eines Dion Phaneuf und von Cyril Bühler den Speed von Phil Kessel gefordert hat. Endgültig gescheitert ist Ron Wilson nachdem er nach einer Medienkritik mit Arroganz auf seine Stanley-Cup-Ringe verwies bis ein findiger Fan in einem Forum beweisen konnte, dass er gar keine hat... Walter Frey hat Ron Wilson darauf hin wegen unethischem Verhalten sofort beurlaubt „bei der Anstellung hat er uns verschwiegen, dass er keine Stanley-Cup-Ringe hat, dies ist nach unserer Gesetzgebung ein Grund für eine fristlose Kündigung“.  Der Erfolg hat sich bei Kevin Schläpfer sofort eingestellt wie der überraschende Playoff-Erfolg über den HCD beweist. Er führt dies darauf zurück, dass er in Zürich medizinisch hervorragend betreut wird. Teamarzt Gerry Büsser schliesst ihn prophylaktisch vor jedem Spiel an einen Defibrilator an der nach jeder umstrittenen Szenen sofort aktiviert wird und blutdrucksenkende Mittel tun das Uebrige. Kevin Schläpfer muss aber in der Folge ohne seinen Assistenten Dino Stecher auskommen der von AdC niedergestreckt wurde nachdem ihn Dino Stecher in einem Interview als Favorit beim Malanser-Pokerturnier bezeichnet hatte.

Martin Steinegger kämpft in Biel im achten Amtsjahr als Sportdirektor noch immer ums Ueberleben des EHC und dies obwohl das Stadion seit 2013 in jedem Spiel restlos ausverkauft ist. Die Baubehörden haben aus sicherheitstechnischen Gründen die Stadionkapazität auf 1500 reduziert. Um Kosten zu sparen ist „Stoney“ nach dem Abgang von Kevin Schläpfer im Jahr 2014 zu den Huttwil Helvetics, in Personalunion Headcoach, Sportchef, Mentaltrainer und Mädchen für alles. Inzwischen haben die Bieler Verantwortlichen mit den Entscheidungsträgern der Zürcher Fussballclubs GC und FCZ zusammengespannt und zusammen mit dem Stararchitekten Peter Zumthor ein Triplex-Stadion (Fussball, Eishockey und Fliegenfischen) in Egerkingen geplant. Der positive Volksentscheid der Egerkinger Bevölkerung für dieses Projekt liegt erst 4 Jahre zurück (21 Ja- und 9 Nein-Stimmen, 4 Enthaltungen, Stimmbeteiligung 0.12%) und bis zur Erledigung sämtlicher Einsprachen – davon eine sehr ernst zu nehmende Lärm-belästigungsklage aus dem süddeutschen Raum - und der Wirtschaftlichkeitsprüfung für die Mantelnutzung wird mit maximal weiteren 6 Jahren gerechnet. Endlich etwas Optimismus beim FCZ, GC und dem EHC Biel.  

Der HC Lugano verliert trotz Sidney Crosby und den reaktivierten Vladimir Krutov, Igor Larionov und Sergei Makarov,  gegen Gottéron in sieben Spielen. Für Crosby ist es die ideale Liga, um seine Karriere zu verlängern weil er hier nie gecheckt wird, wie er sagt. Crosby erzielte in 4 Saisonspielen 23 Skorerpunkte, für den Rest der Saison hatte er mit unerklärlichen Kopfschmerzen zu kämpfen die immer dann besonders stark aufgetreten sind wenn in Lugano die Temperatur über 20 oder unter 15 Grad gesunken ist. Sportdirektor Otto Rehagel - der im Sommer John Sletvoll verpflichtete - erklärt die „Causa Crosby“ zur Chefsache: „Wir müssen bei Crosby die Temperatur-Toleranzgrenze um mindestens 4 Grad erweitern, dann werden wir Meister.“

Nach dem 14. Halbfinalout in Folge orten die Verantwortlichen beim EV Zug das Uebel im mangelnden Temperament der Headcoaches Doug Shedden (1. Mannschaft) und Leo Schumacher (Junioren). CEO Patrick Lengwiler im Originalton: „Wir wollen Meister werden und müssen darum noch eine Schippe drauflegen, Warmduscher wie Doug und Leo fahren ganz einfach zu wenig ein. Ich habe darum Hans Zach als Berater und Motivator verpflichtet“.

Die Langnau Tigers verloren in der Playoutserie gegen Andermatt-Piotta deutlich in fünf Spielen. Seit die Hardcore-Leventiner-Anarcho-Fans die leer stehenden Hotelsuiten in Andermatt besetzt halten fliesst wieder ägyptisches Geld auf die andere Seite des Gotthards und das Ausländerduo Sean Avery/Niklas Kronwall terrorisiert die gegnerischen Reihen. Der Namenswechsel auf Andermatt-Piotta bringt dem finanziell gebeutelten Tessiner Traditionsclub Jahr für Jahr 4 Mio ein. Diese 4 Mio sind nötig, um das strukturelle Defizit zu 50% ausgleichen zu können.

Das Langnau-Trainerduo Jan Von Arx/Bernard Rappaz beschwerte sich hingegen über eine zu gleichgültige und eine auf zu viele Wolken gebaute Einstellung ihrer Mannschaft. Auf  Anraten des Lokaljournalisten Klaus Zaugg werden die Tigers neuerdings vom Mentaltrainer AdC unterstützt der jeweils während den Tiger-Spielen per Skype live aus seiner Poker-Homebase im Zürcher Kreis 4 zugeschaltet wird und per Klopfzeichen den perfekten Zeitpunkt für ein Timeout bestimmt.

Der SC Bern kippte die Kloten Flyers erneut aus den Playoff und dies obwohl die Ausländer zum zehnten Mal in Folge von einer Gratiszeitung als die schlechtesten der Liga beurteilt wurden. Interessant nur, dass der SCB seit drei Jahren ohne Ausländer spielt und dies exakt seit VRP Marc Lüthi seinem Verwaltungsratsdelegierten Adrian Amstutz alle Kompetenzen bei der Spielerdisziplinierung übertragen hat. Zwei Monate nach dem Amtsantritt von Adrian Amstutz waren alle Ausländer ausgeschafft. Daniel Brière hat es nach einer Promillekontrolle erwischt (0.6), Dany Heatley wurde eine Parkbusse zum Verhängnis - sein Ferrari war zu breit, so dass ein Rad mit 2 cm über den weissen Begrenzungsstreifen hinausragte - Rich Peverly hat ohne Bewilligung in der Aare geangelt und Zdeno Chara wurde wegen Sachbeschädigung verurteilt weil er mit einem seiner Schüsse eine Plexiglasscheibe zertrümmert hat. Trainer des SCB ist übrigens Kent Ruhnke dessen Vertrag sich immer automatisch um ein Jahr verlängert wenn er das jeweils 13. Saisonspiel gewinnt, allerdings nur, wenn bei diesem Sieg immer mindestens 13 Tore fallen.

Die Kloten Flyers sind hingegen schon wieder gescheitert obwohl sie das Budget mittlerweile auf 30 Mio hochgeschraubt haben: Philippe Bruggisser, der neue Präsident der Flyers und mittlerweile rehabilitierte Wirtschaftskapitän, erklärt dies so: „Ob wir bei 15 Mio oder 30 Mio die Spielerlöhne nicht bezahlen können macht keinen Unterschied. Zudem haben wir mit den Akquisitionen von Traktor Bäretswil, des HC Ceresio und des SCUI ein grossartiges Fundament für spätere wirtschaftliche Prosperität gelegt. Die jährliche Spielerpräsentation findet fortan im Hotel Viktoria Jungfrau statt.“

Zum Schluss noch ein ernst gemeintes Statement eines der erfolgreichsten Sport-GMs aller Zeiten, Billy Bean, GM der Oakland A's: „Die Aufgabe der GMs ist es, ein Team zusammenzustellen das die Play-Offs erreicht. Die Play-Offs selbst sind vor allem vom Glück abhängig.“ Dies mein persönlicher Kommentar zu den immer wiederkehrenden endlosen Analysen der Nachkriegsgeneräle über die vermeintlichen Playoff-Helden und –Versager.

Stallikon, 11. März 2012 / Thomas Roost                         PlayoffAnalysenGeschichten2020.doc


Saturday, March 3, 2012

Statistikwüste Eishockeyschweiz


Ich sitze hier in der Schweiz und verfolge unsere heimischen Ligen live vor Ort mit unzähligen Spielbesuchen... und doch weiss ich viel mehr über die NHL- als über die Schweizer Spieler. Wer hat die besten Werte im Bullykreis? Wer die meisten Puckeroberungen und Puckverluste? Wer blockt am meisten Schüsse und wer am wenigsten. Wie viele Minuten Eiszeit bei Gleichstand benötigt ein Spieler im Durchschnitt um einen Scorerpunkt zu erzielen und wie viele Minuten benötigt er im Durchschnitt im Powerplay? Wie viele Scheibenkontakte hat ein Spieler im Durchschnitt pro 10 Minuten Eiszeit? Wer checkt am meisten und wer am wenigsten? Welche Spieler haben im Durchschnitt die meiste und welche die wenigste Eiszeit? Wer blockt am meisten Schüsse und welche Spieler stehen in der Sparte zuoberst wenn es darum geht, Gegentore zu verhindern. Aus welchen Positionen und mit welcher Art von Schüssen sind welche Spieler erfolgreich und welche Goalies verwundbar?

Wenn man sich für die NHL interessiert muss man sich die Urteile über Spieler nicht nur aus den Fingern saugen und/oder von Journalisten aufschwatzen lassen denn es finden sich in verschiedenen Publikationen Antworten auf exakt die vorerwähnten Fragen. Jeder kann sachlich über die Vorzüge und Nachteile von Spielern diskutieren, Polemik ist viel schwieriger zu platzieren weil sie leicht durchschaut und somit entkräftet werden kann. Nicht so bei uns. Unsere Urteile über Spieler basieren auf der nur zu ca. 90% korrekten Torschützenstatistik, der vielleicht zu 70% korrekten Assiststatistik und der Rest ist dunkle Nacht und nur rein subjektiv beurteilbar. Eine grosse Portion unseres „Hockeywissens“ ist nicht mehr als lächerlicher Humbug. Für viele Beobachter ist dies sehr ärgerlich weil sie glauben, sehr viel dieses Humbugs erahnen zu können, letztlich fehlen aber die statistischen Grundlagen um unseren Eishockey-Jahrmarkt von stimmungsmachenden Gauklern und Bauernfängern nachweislich zu entlarven.

Fehlende Statistiken sind auch ein Nährboden für exzellente Scouts die ja so viel mehr sehen und wissen als „normale“ Eishockeykonsumenten... könnte man meinen. Das Gegenteil ist der Fall: Viele Scouts überschätzen ihre Beobachtungsfähigkeiten und unterschätzen die Aussagekraft von detaillierten, professionell nachgeführten Statistiken. Intelligent aufgebaute Statistiken mit genügend Zahlenmaterial als Fundament führen zu 80% zu einer korrekten Spielerbeurteilung, die subjektive Beurteilung rundet das Bild mit lediglich ca. 20% ab. In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch „Moneyball“ von Michael Lewis. Es geht zwar in diesem Buch um Baseball aber mindestens indirekt ist es auch fürs Eishockey ein Fundus erster Güte.
 
Wir sind leider weltweit das einzige Eishockeyland mit einer Statistik- und Analysewüste. Nicht nur die NHL sondern auch die Minor- und Juniorenligen wie auch andere europäische Ligen sind uns diesbezüglich um Lichtjahre voraus. Vordergründig ist dies unbedeutend und aus der Vogelperspektive bleibt dies auch so; ob wir Spieler und Entscheidungsträger im Eishockey sachlich korrekt beurteilen ist für die Menschheit ziemlich unerheblich…

Nicht unerheblich ist es, wenn wir die Hockeyschweiz weiter professionalisieren wollen. Wir müssen dazu stehen: Wir wissen nichts über unsere Spieler, das Urteil aufgrund von simplen – und oft falschen – Zahlen zu Toren und Assists ist derart einfältig, dass in Diskussionen die wahren Experten von Warmluftproduzenten kaum unterschieden werden können. Kein Zufall darum, dass in der Schweizer Hockeyszene vor allem Verkäufer ihrer selbst als Helden portiert werden, was ich ihnen zwar gönnen mag aber nicht dazu führt, dass unser Hockey besser wird.

Wir lassen uns zu stark von teils skurrilen Meinungsmachern und vom Mob an der Nase herum führen wenn es darum geht, die Helden und die Deppen in unserer Liga zu bestimmen. Mit detailliertem statistischen Material können wir Diskussionen über unser Eishockey versachlichen und somit voranbringen. Hierzu gehört aber auch eine mentale Oeffnung. Nicht selten treffe ich auf eine Mauer des Schweigens und/oder offenes und latentes Misstrauen wenn ich versuche, nach verlässlichen Daten zu recherchieren. Welch ein mentaler Unterschied zur nordamerikanischen Hockeykultur in der von Detailstatistiken bis zu den Spielersalären alles offen gelegt wird. Vermutlich kommt uns dabei unsere Bunker- und Bankgeheimnismentalität in die Quere.

Ich möchte mit Fakten und echten Argumenten darüber diskutieren können wer denn die Besten sind im Schweizer Hockeyland und bin überzeugt, dass die Implementierung einer professionellen Statistikkultur im Schweizer Eishockey hervorragend investiertes Geld ist. Die vordergründig zusätzlichen Kosten werden durch die Vermeidung des einen oder anderen Fehltransfers mehr als kompensiert. Diese Einsicht muss reifen.

Stallikon, 3. März 2012 / Thomas Roost                                  

Saturday, October 22, 2011

How good is the NHL?


After the great victory of the EVZug in the show act vs the New York Rangers, the debate on the strength of our league, respectively the strength of the NHL, fueled again. Some published opinions expressed in the Swiss media are in my view, though well-written, reader-friendly and entertaining, but not even close to the truth. When I read about outclassing an NHL team, when I read that the NHL players were much too slow and when I read that our players are stickhandling- and skating-wise  better than the NHLers, when I read that 66% of NHL-players wouldn’t be good enough for supporting the teams in our league... common... all this asks for a down to earth response. This opinion-forming articles are very dangerous for the development of the Swiss ice hockey, they are the gravediggers in terms of our goal to move closer to the top of the world.

First of all:
The NHL is the best league in the world, the best players in the world play in the NHL, the arenas, franchise organizations, marketing, the referees, statistics..., just to name a few things: All this is pure and simple „state of the art“ and much more professional than in our league. Every player and every official who was ever in an NHL team under contract will confirm this.

Why is this so?
Let's stay with the players: Each year the world's most watched 18-year-old talents are getting scouted by around 500 scouts at every conceivable opportunity. At the end of the year there is a draft and the rights of the supposed to be best 210 players in this age-group will go to an NHL team. The same goes for older players who are still not drafted, they are also regularly observed and, if they are good enough, they will get a contract-offer. Of course there are always exceptions: Good, undrafted talents sometimes later show that the decision-makers were wrong on draft-day. Good older players with some sort of NHL level and still no NHL-contract, also this happens. But these are exceptions. The network of scouts is very fine mesh. All drafted players under contract do get a repeated fair chance to show that they deserve to be on the NHL-team. No NHL team allows to prefer a worse player compared to a better player; related conspiracy theories and adventurous reasons why this player is on the team and not the other one belong to the realm of fairy tales. The better player plays. Because the "bad" and "better" can only be judged subjectively, one will also always find at this level some errors, but these errors are again the exception, not the rule. The NHL pays the best salaries, offering the most professional environments and has the highest prestige. For this reason there are just few players who turn down appropriate contract-offers (except about a dozen players in the KHL) plus single cases. All this means that one can say with complete justification and must admit that in the NHL we have the best players in the world. However there still are some obscure observers of the sports scene with quite romantic and glorified views in terms of the better and worse.

Let’s explain it this way:
A hockey game is a fair competition. For both teams exactly the same rules apply, ie both have exactly the same "weapons" (skates, stick and equipment) and also in our Swiss league the players are professionals. Our professionals train just as much as an NHL pro. That’s why: The performance differences are – actually they must be – for outsiders and some fans not so much noticeable. Also, there are players in our league where I think they could compete in this or that respect in the NHL. There are not many players on this planet faster than Peter Guggisberg or Fabian Schnyder, but ... now I build the bridge to my argument ... in our top-league there are just very few players faster than the second-league-player Philip Wüst ... and yet he plays in the NLB and not in the NLA and for some reason Guggisberg and Schnyder play in the NLA and not in the NHL...

The show-act win of Zug vs the Rangers is not so surprising if you take into consideration that in the Swiss pre-season a lot of 2nd-league teams did beat 1st-league teams. Surprisingly – but wisely - nobody did question by then that our 2nd-league is as good or better than our 1st-league... The reader can believe me that I watch at all levels - year in year out - NHL, AHL, NLA, international games, youth games, 2nd-league games and even 3rd-league games) I ususally do notice that the level is respectable, that the differences are not so great between the leagues. Also in the 2nd and 3rd-league there are players who can skate and who can shoot and pass the puck more or less. When you watch closer there are of course reasons why someone plays in the third league and not in the first, of course there are reasons why someone is playing in the  Swiss NLA and not in the NHL. The differences are fine (eg, positional play, body tension, shot- and passing- quality, physics, puckcontrol, balance,) but for experts these differencies are clearly recognizable. The differences are not 0 to 10, but rather like NLA 7 out of 10 and NHL 8-9 out of 10 and – once again - this is logical, if the differences would be bigger we would have to ask harsh questions to our hockey-development-staff about what they do in practice.

Conclusion:
There were and still are very romantic ideas about the NHL, probably because of the exorbitant salaries of star players. Many feel that the NHL players have to be worlds better and lightyears faster than our players, of course they are not. The NHL players are not gods, and the Swiss NLA players are not idiots, but the NHL players are noticeably better. They shoot  better, they pass the puck better, they have better puck-control,  and they are also mentally and physically stronger. Nevertheless, a NLA team defeated an NHL team in a show-act. But don’t forget: In a significant best of 7 series even the weakest NHL-team would beat all Swiss teams more or less easily, guaranteed! We have to remember that the level difference is small between the worst and best NHL teams, caused by the salary-cap system on the one hand and the draft on the other. Well over 90% of current NHL players - not included are former, energy- and effortless NHL-cracks – would make our NLA-teams clearly better except if teams for example are looking for a scorer and take a "goon"  or vice versa ... what sometimes happens ...

If we don’t admit these differences this would be very dangerous for our plans to further improve our hockey. The difference is not black to white but maybe dark grey to light grey, and this has it’s logic. The same training effort, the same rules and the same equipment. It's not like that NHL players go to war with stealth bombers and NLA players just with knifes, all are equipped the same and all are professionals.

Advice:
It hurts our hockey when we glorify our level and take a bath in silly arrogance. There is absolutely no need for that because we are good enough and should be self-confident enough to judge our level in a objective way. We don’t have to hide from nobody also not from the truth.

I have a small scouting-mandate for the NHL. I’m very proud of this and I enjoy the NHL-scouting so much! However, this issue must be part of the transparency in this discussion.

Stallikon, 19 October 2011 / Thomas Roost How good is the NHL.docx

Friday, September 16, 2011

Hockeysense - a god-given talent or result of hard work?

In my long experience in talent-scouting in business and hockey I did learn that basic talent is vastly overrated. Most of the skills are built through hard work, hard work is one of the main secrets in terms of becoming world-class in whatever you do. In addition it’s passion and the love to the game of hockey or the love to the subject you want to become really outstanding.

It’s a different approach if you discuss one of the most important aspects of a world class hockey-player: Hockey sense. In my uncountable discussions with experts, coaches, managers, players and scouts most of them believe that hockey-sense is a god-given-talent and just very limited teachable. I did agree with this for long years, but not anymore.

Let’s start with my description of hockey sense: Hockeysense means to take the right decisions in different situations, with the puck and without the puck. In more specifics hockeysense means to think the game in advance, to act and react more fast than others, to create offensive options via passing, deking , efficient moves and hiding intentions, knowing when to slow down and when to speed up the game, seeing the open ice, smelling where the puck will be, smelling where lost pucks will be, where rebounds will end, reading what the opponents will do, reading what your teammates will do, reading how the game will develop. There are probably even more aspects of hockeysense.

After watching close to 3000 games I did notice that my theoretical hockey-sense, my hockey-sense from the outside,  did improve dramatically compared to my early goings. In today’s hockey-world I can see from the outside pretty much in advance what a player should do on the ice, I can smell a dangerous situation well in advance and I started to be much too critical with players because I expect that they should have seen, should have smelled, this or that. Of course I do know that watching developing plays from under the roof is much more easy than doing the same as a player on the ice, while being exhausted, while taking hits and while not having the relaxed eagles eye of a scout sitting under the roof. On the other hand it tells me that my improvement in theoretical hockey-sense is an indication that players also can learn, can improve hockey-sense, at least to a certain extent. While playing 15000 hours of piano makes better piano-players compared to just playing 5000 hours I start to believe that watching and/or playing as much hockey as possible also makes a better hockey player in terms of hockey-sense.  What does this teach to young players: Not only playing as many games or practicing in as many game-situations as possible but also watching hockey-games will improve your sense for the game. If you are passionate enough to watch as many games as possible, passion and love to analyze games, game-situations and players – this will tremendously improve your own game also. Actually it means you have to smell, to live, to breath hockey every single minute. Study the game, study players and you will develop your own hockeysense in big leaps. I even will go as far as thinking about practicing your eyes. There are new methods of practicing the eyes, so you will be more focused to the important things in the game, you will have a wider perspective to the game and you will have a more focused, more calm and relaxed eye. This might be a detail but maybe a detail to think about because it will be details who decide about success or not success at the very top. I think that practicing the eyes could be especially effective for goalies but not only for goalies.

Another thing: I do know very well that the advice of smelling, eating, breathing, watching hockey for 24 hours per day doesn’t produce well balanced educated people. This is for sure and please don’t ask me whether I want to have dinner and discuss about god and the world with such a person. But here we are not discussing about well balanced 360° educated personalities. We are discussing how to develop hockeysense and I think there are certain indications that I might be right with my thesis. What do you think?

Zurich, 16th September 20011 / Thomas Roost

Wednesday, August 31, 2011

What do Sidney Crosby, Bill Gates and Anna Netrebko have in common?


It was always my target – and still is – to find out similarities in personal profiles of world-class performers. After evaluating thousands of interviews, personal profiles and CVs I did come to the conclusion that the real truth is very unspectacular: There are so many different ways to become world-class, so many different profiles and one of the main points is, that becoming world-class depends very much on the circumstances. Bill Gates wouldn’t be the Bill Gates we do know today if he would have been born 10 years earlier or later. He was „lucky“ to become an adult coupled with his passion for computing and coupled with his brain in the exact time when a computer-revolution was on the horizon. I don’t know about Sidney Crosby and Anna Netrebko for sure but there are strong indications that the same would be true for the world-famous hockey-player and the world-famous opera-singer.  A lot of world-famous people did tell their strategies and wisdoms in books and millions of followers tried to act, decide and live exactly the way they did... only to find out that years later they stayed as unsuccessful as ever. The „wisdoms“ of the world-famous people are just wisdoms in a certain time and in a certain context. The same strategies in another time and/or other contexts don’t work.

So on the one hand I was very excited with my findings in my analytics because I really dare to say that my thesis is the truth. On the other hand I’m also a bit disappointed because I did hope deep inside that I can offer you a real spectacular answer to this often asked question.

I don’t want you to leave you alone with telling „there are no secrets and no similarities in personal profiles of world-class performers“ because in this absolute words it’s also not true. I did find – actually not only me did find out about this... – some „shy“ similarities in personal-profiles:

Here we go:

World-class performers are usually very passionate in what they do, they have a great passion about what they do!

World-class performers usually work harder than competitors.

World-class performers must have the benefit of world-class teachers, educators. Wolfang Amadeus Mozart wouldn’t have become the world famous composer and musician without his father Leopold, who was a world-class teacher in his time.

World-class performers – and this I did especially find in profiles of world-class business-men, entrepreneurs – very often overrate themselves. If they fail – and nearly all world-class entrepreneurs did fail at least once in their career – they never think they failed because they are not clever, not good enough – even it might be even true... – that’s why they try again and again... until they succeeded...

World-class performers have have most often an above average egoism. They are very often not typical team-players, they accept their egoism and act according to it.

Basic talent is overrated, this is not only true in my eyes, it’s also a highly recommended book „Talent is overrated“ by Geoff Colvin / Nicholas Brealey Publishing.